Space Station ISS

BF Maschinen stellt Aufhängungen aus Spezial-Aluminium für NASA-Experiment her.

BF Maschinen stellt Aufhängungen aus Spezial-Aluminium für NASA-Experiment her. Geretsried – Nach der Firma Byk Gardner, deren Messgeräte wie berichtet auf der internationalen Raumstation ISS im Einsatz sind, ist bald ein zweites Unternehmen aus Geretsried im Weltall vertreten: Seit Mitte März fertigt die BF Maschinen GmbH Spezialteile für das Projekt AMS-02 (Alpha Magnetic Spectrometer), das im Dezember 2010 an Bord eines NASA-Shuttles an die internationale Raumstation ISS andocken soll.

Ein wichtiges astro-physikalisches Ziel dieses Experimentes ist es, Aufschluss über die dunkle Materie, die etwa 90 Prozent der Gesamtmaterie des Universums ausmacht, zu liefern. BF Maschinen fertigt dazu die gesamten Aufhängungen der AMS-02 aus Spezialaluminium an. „Die geforderten Fertigungstoleranzen sind eine echte Herausforderung“, sagt BF-Geschäftsführer Thomas Breuer. Er ist „ stolz, mit meinem Team an solch einem revolutionären Projekt beteiligt sein zu dürfen“.

Eine internationale Kollaboration aus 41 Forschungsinstituten und 13 Ländern beteiligt sich in enger Zusammenarbeit mit der NASA am Aufbau der 1,5 Milliarden Dollar teuren AMS-02. Die Fertigungsteile müssen im Anschluss von einer Spezialfirma geröntgt und danach mit einer 3D-Messmaschine vermessen werden, „da hier Präzision in höchstem Maße gefragt ist“..

Ende April werden die Teile mit einem Sondertransport zur Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen geliefert und dort an der AMS-02 montiert. In Deutschland ist das Physikalische Institut der Hochschule Aachen federführend an der Entwicklung dieses Experiments beteiligt. Prof. Klaus Lübelsmeyer war diese Tage zu Besuch bei BF Maschinen in Geretsried.

In einem Zeitraum von zehn Jahren soll das AMS-02 die Zusammensetzung der kosmischen Höhenstrahlung mit bisher unerreichter Präzision vermessen. Die Suche nach Anti-Materie ist dabei ebenfalls von besonderem wissenschaftlichen Interesse, da dies schon seit Jahren im Rahmen von kosmologischen Modellen als Relikt des Urknalls erwartet wird.

1998 wurde bereits ein Prototyp (AMS-01) mit der Raumfähre „Discovery“ ins All entsandt. Es konnten damals während des zehntägigen Fluges Spuren von über 100 Millionen geladenen Teilchen der kosmischen Höhenstrahlung gemessen werden. Das Experiment AMS-02 soll diesen Fragen und Theorien endlich Aufschluss geben und klären, wie das Universum entstanden ist und sich weiterentwickeln wird.